Mini-Podcast: Wenn das Pferd nein sagt – wann akzeptieren, wann dranbleiben?

Shownotes

Ein Pferd, das nein sagt, ist erst mal unbequem — vor allem, wenn man selbst gerade genaue Vorstellungen hatte.

Ich spreche darüber, warum wir Grenzen eines Pferdes ernst nehmen müssen, auch wenn wir sie unnötig finden, und was passiert, wenn ein Nervensystem aus alter Erfahrung schon in den Alarmmodus geht, bevor etwas passiert ist. Zwei Wege führen dabei nicht weiter: das Nein übergehen und das Nein mit Vermeidung beantworten. Was dazwischen liegt, hängt vom einzelnen Pferd ab — und davon, was es an diesem Tag leisten kann.

Am Ende stehen drei Fragen, mit denen ich in solche Situationen hineingehe.

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00:00:17: Hallo und herzlich willkommen beim Herzenssache Pferd Podcast mit Antonette Hitzinger, Lia Weltli und Mira Brokkage.

00:00:24: Du bist hier richtig wenn du dir schon immer ein Podcast gewünscht hast der Wissen und Gefühl miteinander verbindet.

00:00:30: Ich wünsche dir von Herzen ganz viel Spaß mit der kommenden Folge.

00:00:37: Ja!

00:00:37: Ein ganz wichtiges Thema finde ich ist das Nein des Piers im Pferdetraining.

00:00:42: Und ehrlicherweise kann es manchmal ziemlich unangenehm sein oder?

00:00:46: Das Pferd Nein sagt, obwohl man gerade selber ziemlich geniale Plenate oder sehr genau Vorstellungen hatte.

00:00:53: Oder irgendwie dachte beim Anreiten... Man kann jetzt einfach weitermachen!

00:00:56: Man kann irgendwie schnell voran schreiten.

00:00:59: und ja ich habe mir da gerade in letzter Zeit tatsächlich noch mal ganz viele Gedanken gemacht weil ich auch gerade Brittpferde da habe bei denen das einfach nochmal sehr viel Thema ist.

00:01:15: Ich finde, dass es eben immer wieder so ein schmaler Grad ist.

00:01:18: Also nein, das fährt es, weil zum einen müssen wir das aus meiner Sicht respektieren, weil Respekt bedeutet nun mal auch, dass wir erstmal Grenzen von jemandem anderen respektiert, auch wenn wir da stehen und sagen... finde ich blöd oder finde ich unnötig?

00:01:32: Oder warum setzt du denn hier jetzt bitte eine Grenze, das ist doch nicht schlimm.

00:01:37: Also ich finde dass sind immer Gedanken die sich so ganz schnell bei uns einschleichen also gerade dieses Das Ist Doch Nicht Schlimm und Du stellst Dich Jetzt IrGendwie an.

00:01:45: Und Ja Ich habe mir da wie gesagt in letzter Zeit nochmal ziemlich diesen Kopf drüber zerbrochen weil ich irgendwo finde Dass es erst mal wichtig ist dass wir grenzen eines Pferdes respektieren egal ob wir die gerade gut finden oder nicht.

00:02:00: Also ich finde ähnlich wie bei Menschen, müssen wir erst mal Grenzen des anderen ernst nehmen?

00:02:08: So und dann müssen wir aber auch trotzdem drüber nachdenken warum sieht dieses Pferd hier eine Grenze?

00:02:14: was ist quasi das Thema?

00:02:16: hat es einfach Angst dass es überfordert wird?

00:02:19: also zum Beispiel was Menschen wie Tieren so geht als wenn man schlechte Erfahrungen gemacht hat dann ist die Erwartungshaltung etwas jetzt nochmal blöd wird, extrem hoch.

00:02:32: Also dieses System und das eigene Neffensystem geht sehr früh auch an den Schutzmechanismus bein.

00:02:40: Das heißt, es kann sein dass es tatsächlich jetzt gerade noch nicht blöd ist.

00:02:44: Aber das ganze System quasi schon in den Alarm-Modus geht weil sagt Warte gleich kommt bestimmt was Blödes.

00:02:51: wir müssen uns hier jetzt anfangen zu schützen.

00:02:53: so und aus eigener Erfahrung weiß ich dass das tatsächlich gar nicht so easy ist zu umgehen.

00:02:59: also wenn quasi das eigene System aufgrund von schlechten Erfahrungen in diesen Modus reinkommt dann Also selbst für uns Menschen überhaupt nicht hilfreich.

00:03:10: Wir wissen ja ganz oft, dass diese Angst die wir jetzt haben total banal ist weil dieser Mensch uns das nicht antun wird oder weil wir wissen es stürzen keine Ahnung ich weiß nicht die Prozentzahl ein Prozent der Flugzeuge ab.

00:03:23: also es ist sehr sehr unwahrscheinlich dass ich jetzt in einem Flugzeug sitze was abstürzen wird und trotzdem sagt mein System, dass das keine gute Idee ist.

00:03:32: Und fällt in einem totalen Überlebens- und Kampfmodus rein.

00:03:37: Das heißt, ich finde es ist ganz wichtig für das Verständnis für die Tiere erstmal zu verstehen anhand von Erfahrungen mit Menschen.

00:03:45: Dass man selber in so einem Mechanismus drin sein kann und dass das ganze System am blockieren ist obwohl man selbst sogar weiß weil man's versteht, dass das hier gar nicht angebracht ist.

00:03:56: und trotzdem ändert das nicht sofort was aus der nervensystemischen Ebene.

00:04:00: Das heißt das ist etwas was sich auch für die Pferde ganz ganz wichtig findet, dass wir erst mal verstehen müssen.

00:04:06: Also ist quasi dieses Nein sagen oder etwas nicht tun können.

00:04:11: Tatsächlich vielleicht gerade genauso was, so ein ganz tiefsitzender Schutzmechanismus.

00:04:16: und dann finde ich, wisst das auch was?

00:04:18: Was sehr schnell schlimmer wird.

00:04:21: also wenn ich dann quasi hergehe zu dem Tier und sage du würdest dir mit mir nicht passieren macht ihr da jetzt mal gar keinen Stress stell dich hier mal hin wir ziehen das jetzt durch.

00:04:32: Das hilft erfahrungsgemäß gar nicht, sondern es verschlimmert für die darauf folgenden Male einfach die Situation.

00:04:38: Wenn ich jetzt aber her gehe und sage... Oh Gott, oh Gott!

00:04:41: Du Armist fährt.

00:04:42: Das ist natürlich ganz, ganz schrecklich.

00:04:44: was dir passiert ist wir müssen jetzt alles vermeiden was irgendwie in diese Richtung reingeht dann ist es zwar kurzfristig eine Erleichterung aber langfristig auch überhaupt gar keine Unterstützung.

00:04:54: also bald dann passiert das was bei Menschen tatsächlich auch passiert.

00:04:57: die Komfortzone wird immer kleiner.

00:04:59: also das heißt ja man Man wird immer weniger selbstsicher und man kann immer weniger auch tun.

00:05:07: Das heißt, dass es irgendwie auch keine Lösung ist.

00:05:09: Und das heißt ganz, ganz schmaler Grad wenn ich ein Nein des Pferdes kriege und den Verdacht habe, dass hier eventuell Zusammenhänge gibt quasi diesen Weg zu finden zwischen Vertrauen herstellen und auf der Erfahrungsebene das vorsichtig zu überschreiben ohne eine Retraumatisierung zu initiieren und ohne so viel Druck aufzubauen.

00:05:35: Und das können ganz individuelle Maßstäbe sein, und es kann auch heißen, dass Nein manchmal voll zu akzeptieren.

00:05:41: also ich hatte auch schon mit vielen traumatisierten Pferden gearbeitet wo quasi eigentlich dieser schmale Gerad war Zu wissen an welchen Tagen kann Ich mich da ran nähern?

00:05:53: Mein Pferd kann das auch leisten sich diesem Thema zu stellen komplett kontra-initiiert, weil mein Pferd heute quasi vom ganzen Körpersystem dazu gar nicht in der Lage ist sich überhaupt damit auseinanderzusetzen.

00:06:09: Das heißt wir kriegen quasi keine Lernen!

00:06:12: Atmosphäre, wo wir an dieses Thema rangehen können.

00:06:16: Und das ist ganz wichtig und es ist auch wichtig zu verstehen dass wir dann auf dieses Gefühl haben naja also die letzte Einheit war ja jetzt wirklich nicht lange.

00:06:24: Wir haben da zehn Minuten an diesem Thema gearbeitet.

00:06:27: Ja warum ist es denn zwei Tage später immer noch fertig?

00:06:31: Dass wir immer wieder nicht unterschätzen dürfen was in der Nachbearbeitung passiert Was es heißt wenn man sich wirklich eigenen Themen stellt als Menschen die was erlebt haben und angefangen haben Aus ihren Themen rauszukommen, wissen wie erschöpfend das unter anderem ist.

00:06:48: Wenn man sich anfängt damit zu befassen und fesser aufmacht, dass tatsächlich ganz viel verarbeitungslos geht sowohl im mentalen aber auch für sich sich äußert eine Übermüdigkeit über Erschöpfung über schnell an der Reizgrenze dran sein.

00:07:04: Das heißt diese Phasen bevor es einen wirklich besser geht, weil man über ein Thema hinweggekommen ist und Mechanismen gelernt hat damit umzugehen.

00:07:12: Diese Phase in dem wir beschäftigen uns da mit und gehen auch systemisch daran sind tatsächlich nicht cool.

00:07:20: also die sind anstrengend und das geht den Pferden aus meiner Erfahrung genauso.

00:07:24: Das heißt, dass Nein des Pferdes mitnehmen Verdacht, dass es tatsächlich traumatisch bedingt oder Ja, Trauma ist für manche wirklich erst so was ganz ganz Schlimmes.

00:07:37: Aber auch da nochmals das Ganz wichtig glaube ich dass was Für welchen es fährt wie traumatisch und wie nachhaltig traumatisch war hat nicht nur Was mit diesem Erlebnis per se zu tun Sondern hat auch etwas damit zu tun Wie oft?

00:07:51: Wie wiederholt?

00:07:54: Also ist dieses Pferd safe aufgewachsen, hat eigentlich ganz viel Grundsicherheit erlebt und dann ist was Blödes passiert.

00:08:02: Es ist nicht so dramatisch wie vielleicht ein Pferdd war es einfach im Prinzip schon vorgeburtlich oder abgebohrt ganz viele traumatische Erlebnisse erlebt hat die vielleicht für uns auch manchmal gar nicht so ein Bewusstsein sind.

00:08:14: Absetztrauma oder aber auch wie hatte ich das Studierfohlen aufgenommen?

00:08:18: Wie ist die ganze Aufzucht im Generellen gelaufen?

00:08:24: Das ist ähnlich wie bei Menschen auf, dass da ganz viele Faktoren einfach mit einem Rheinspielen sind.

00:08:31: Ja und ich glaube das ist ganz wichtig zu verstehen, dass quasi in dem Moment wo wir den Verdacht haben, dass auch psychisch was dahinter steht also dass das irgendwie Erlebnisse aufrüttelt und der Körper quasi vorschnell auch in ein Überlebensmodus reingeht oder dadurch Versuch dahin zu bringen, Situationen zu vermeiden.

00:08:54: Dass es in dem Moment kein lineares Lernen ist also das anderes ob ich ein junges unbedarftes Pferd hat, was halt den Sattel das erste Mal kennenlernen und im Moment des Gurtens vielleicht ein bisschen gruselig findet.

00:09:06: Dann erkläre ich das halt dreimal dann ist die Sache gegessen und beim Aufsteigen auch.

00:09:10: Das finde ich vielleicht das erst mal drüberlehnen und so ein bisschen die Sachen wackeln und so grusellig.

00:09:13: Dann erkläre ich es in Ruhe und dann ist das komplett durch.

00:09:16: Es ist ein komplett anderer Fall wie es ist irgendwie verschief gegangen oder wir haben eh ein sehr sensibles Pferdd, also was einfach schnell in Verkettung reinkommt.

00:09:26: Es sind unter Umständen komplett andere Lernsituation, auch wenn der Fall vermeintlich zu Beginn gleich scheint.

00:09:34: Mein Pferd hat Angst vor etwas oder führe es sich an der Aufstiegshilfe nicht wohl und so weiter.

00:09:38: Das heißt halt der Di-Di Anfängliche Aufgabenstellung kann komplett gleich sein, aber mit zehn Pferden haben wir komplett unterschiedliche Wege.

00:09:47: Weil der Grund warum das Pferd in dieses Verhalten geht so komplett unterschiedlich ist und ich glaube dass es so elementar wird, dass wir das anfangen zu verstehen Und nicht Pferda was einfach gerade Dinge neu kennenlernen und vielleicht noch gruselig findet Mit einem Pferde C vergleichen Was irgendwie keine Ahnung schon Reitunfälle hatte schlechte Erfahrungen gemacht hat, komplett panisch geworden ist und nicht weiter wusste.

00:10:14: Also das sind einfach manchmal komplett unterschiedliche Fälle die komplett unterschiedlichen Wege brauchen Dauer brauchen, bis sie da final draußen sind.

00:10:24: Und vielleicht braucht auch ein Typ hier immer ein gewisses Maß an Rücksichtsmahme im Sinne von dass für dieses Pferden viel genaueres hinhören notwendig ist.

00:10:33: was kann es heute leisten?

00:10:35: Wie gut ist das Nervensystem ich heute aufgestellt?

00:10:38: wie gut kann er sich selbst regulieren?

00:10:40: zu anderen Pferden, wo man sagen kann, ach egal.

00:10:43: Den kann ich auch irgendwie durchs Feuer reiten.

00:10:45: Mein Gott der ist wirklich gut zum Managen und ich bin sehr verreiterne.

00:10:49: wenn ich dem Sicherheit gebe ist die Sache gegessen.

00:10:50: das lässt sich nicht immer miteinander vergleichen und dass es aus meiner Sicht ganz ganz wichtig zu verstehen.

00:10:57: Und wir werden noch weitermachen.

00:10:58: also ich werde euch in den nächsten Tagen noch ein paar andere Fälle von Nein sein vorstellen wo man damit ihr so ein bisschen ein Gefühl kriegt wie wir das auch differenzieren können.

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